Ferienprogramm am 29.07.2019: Museumstag

Heimatmuseum

Museumswart Karlheinz Wagner, Martin Eidenschink und Sabine Pfeiffer mit den Kindern

Viele Vereine in der Gemeinde Rattenberg haben wieder ein abwechslungsreiches Ferienprogramm für die Kinder auf die Beine gestellt. Der Bayerwald-Verein legte gleich am Montag los mit einem kleinen Museumsfest. Sepp Grimm, der den in diesem Jahr wiedergegründeten Verein führt, wies bei der Begrüßung darauf hin, dass die Rattenberger Sektion erst im Aufbau sei, dass man aber fest in der Tradition stehe und ihn in diesem Sinne führen will. „Ejz gemma sched in d’ Schui affi“, sagte Museumswart Karlheinz Wagner zu den vielen Buben und Mädchen, die sich am Montag eingefunden haben. Sie durften das Heimatmuseum, im oberen Stock des Pfarrheims gelegen, erkunden. Die Kinder zwischen fünf und elf Jahren gingen mit Wagner in das dort eingerichtete Schulzimmer – auch wenn sie „sched“ nicht verstanden hatten.

 

 

Ein Bairisch-Ratespiel im alten Schulzimmer

Karlheinz Wagner, der Leiter des Heimatmuseums, das dem Bayerwald-Verein angegliedert ist, übernahm im Schulzimmer, das er mit alten Schulmöbeln der Rattenberger Schule ausstaffiert hat inklusive Schiefertafel, Griffelschachtel oder Zählmaschine – was man halt früher so brauchte zum Lernen. Für das Ferienprogramm hat er sich für die Kinder einen „Bairischkurs“ ausgedacht. Auf den Pulten lagen Blätter zum Ausfüllen – aber beileibe nicht alle Kinder konnten den Bamhackö einem Specht zuordnen, an Sunnräba der Sonnenblume oder wussten, dass Eada und Pfinsta den Dienstag und den Donnerstag benennen. Und was meint nun „sched?“ – Zweierlei, einmal so viel wie „jetzt sofort“ oder es bedeutet „nur“. Die Kinder fanden, so einen Bairischkurs könne man doch auch in der „echten“ Schule abhalten – denn das Bairische stirbt schö stad aus.

 

Das Gehen mit den Holzschuhen ausprobiert

Im Heimatmuseum gab es auch sonst für die Buben und Mädchen viel zu sehen. Sie durften einiges auch ausprobieren und spielen. Karlheinz Wagner führte sie durch die Küche, zeigte die Schusterei; ein Bub erkannte im Baderstüberl sofort ein Gerät zum Ohrenausspritzen. Da gab es Holzschuhe, in denen man das Gehen versuchen konnte, und in der Abteilung Landwirtschaft standen alte Geräte. Im Hof gab Sabine Pfeiffer Unterricht beim Töpfern. Xaver und Martin Eidenschink und Hans Scherer zeigten nebenan, wie man Seile herstellt – mit ihnen konnte gleich mancher Unfug angestellt werden und jedes Kind durfte eines mit nach Hause nehmen. Josef Grimm und Karlheinz Wagner vom Bayerwald-Verein zeigten sich sehr erfreut darüber, dass so viele Kinder aus der Gemeinde Rattenberg das Ferienprogramm angenommen hatten.

Text: Christa Baierl